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Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Babyboom, da die Soldaten nach langer Zeit wieder zu
ihren Frauen zurückkehrten. Das war 1945 und 18 Jahre später würden diese Kinder das autofähige
Alter erreichen und da musste dann ein preisgünstiger und guter Sportwagen her. Es war also
eine einfache Rechnung, die 1960 von Lee Iacocca aufgestellt wurde: 1945 + 18 = 1963. Er war
damals Präsident von Ford und befand die 3 Jahre Restzeit für die Entwicklung als ausreichend,
um das perfekte Auto für diese Generation entwickeln zu lassen.
Es sollte ein einfacher Sportwagen werden und so war der erste Mustang in Sachen Karosserie,
Fahr- oder Triebwerk etwas besonderes. Es war lediglich das erste aller Pony Cars und verlor
dadurch niemals seine Rolle als Marktfüher, auch wenn es schnell viele Nachahmer gab. Dabei
war es anfangs ein Risikogeschäft, denn Iacocca ordnete nach der Vorstellung des Mustangs
1964 an, die jährliche Jahresproduktion von 10.000 auf 240.000 Modelle an. Bis Ende des Jahres
wurden allerdings 680.000 Autos verkauft. Die anfangs als ‚irre' betitelte Entscheidung führte
in eine Goldgrube. Der damalige Neupreis lag bei 2.500 Dollar und war somit recht erschwinglich
für die junge Generation. Es war einfach das richtige Auto zur richtigen Zeit, welches auch
noch eine Optik hatte, die sich von den restlichen Modellen auf dem Markt abhob.
Der Mustang war sehr ausbaufähig und so wurden die ersten Modelle noch mit einem Sechzylinder
ausgeliefert, bald darauf aber die ersten 4,7-V8-Motoren mit 226 PS in die Pferde eingebaut,
was den sportlichen Charakter noch mehr unterstrichen hat. Als Caroll Shelby, der schon die AC
Cobra aufgemotzt hat, sich an den Mustang machte, stand dem Erfolg nichts mehr im Weg: Er
entwickelte ein V8-Modell zur GT-Version, setzte zwei weisse Streifen auf die Karosserie
und kreierte den Mustang Shelby GT - einer der erfolgreichsten Sportwagen mit Strassenzulassung.
Man hatte als Käufer die Wahl zwischen einer Strassenversion mit 271 Pferden oder einer
amtlichen Rennversion mit 350 PS. Letztere wurde von Ford nur halbfertig gebaut und zur
Vollendung in die Shelby Werke geschickt. Dort wurden dann Alu- und Kunststoffteile in
die Karosserie eingebaut und die vorderen Reifen mit Scheibenbremsen ausgestattet. Man
kannte die weisslackierten mit den blauen Streifen nur zu gut und man gewann fast jedes
Rennen. Der Erfolg mit den Big Block-Motoren führte dazu, dass die Karosserie verlängert
wurde, um die grösseren Motoren besser halten zu können. Ford baute den 390er Motor ein
und Shelby den 428er. Wehe, wenn sie losgelassen ...
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